Kapitel 0 - Das Warum
- maureralexandra
- vor einigen Sekunden
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Bevor du meine Geschichte liest, möchte ich dir sagen, warum ich sie jetzt schreibe.
Ich schreibe dies nicht aus der Mitte des Sturms. Ich schreibe aus dem, was danach kam.
Ich bin eine Mutter. Ich bin eine Frau, die beinahe gestorben wäre. Ich bin eine Frau, die ihre Karriere — zusammen mit einigen ihrer Illusionen und Teilen ihrer Identität — zurückgestellt hat, um eine Familie zu gründen, und die nun langsam beginnt, sich selbst neu aufzubauen.
Im Sommer 2025 wusste ich nicht, ob ich es schaffen würde — körperlich oder mental. Ich ging durch mehr, als ich je für möglich gehalten hätte: die Erinnerungen an eine traumatische erste Geburt, Jahre des Versuchs, erneut schwanger zu werden, und eine zweite Geburt, bei der ich beinahe starb - und doch stand im Zentrum von allem immer Liebe.
Meine erste Tochter — heute sieben Jahre alt — ist eines der größten Geschenke meines Lebens. Sie ist wunderschön, intelligent, freundlich und zutiefst empathisch. Von Anfang an empfand ich überwältigende Dankbarkeit für sie. Sie zu lieben kam natürlich, kraftvoll und vollständig. Und gleichzeitig wusste ich, dass mein Herz Platz hatte, noch mehr zu lieben. Ich verspürte den tiefen Wunsch, ihr ein Geschwisterchen zu schenken — nicht, weil sie „nicht genug“ gewesen wäre, sondern weil sich Liebe in meinem Herzen vermehrbar anfühlte. Ich wollte unsere Familie wachsen lassen. Ich wollte ihr das Geschenk eines weiteren Lebens an ihrer Seite machen.
Diese Sehnsucht trug mich durch fast sieben Jahre des Versuchs, erneut schwanger zu werden — Jahre voller Hoffnung, Enttäuschung, Geduld, Angst und leiser Widerstandskraft.
Ich trug diese Erfahrungen lange still mit mir. Manche fühlten sich zu schwer an, um sie laut auszusprechen. Manche zu kompliziert. Manche zu unsicher, um sie zu teilen. Und für manche hatte ich noch keine Worte.
Im Laufe der Jahre wurde mir bewusst, dass viele Frauen Geschichten wie meine in sich tragen — Geschichten über Frausein, Geburt, Mutterschaft, Verlust, Angst, Wut, Liebe, Enttäuschung und Überleben — und sich dennoch innerlich allein fühlen. Uns wird beigebracht, dankbar zu sein. Stark zu sein. Weiterzumachen und andere nicht mit unserer Wahrheit in Verlegenheit zu bringen.
Diese Kolumne — und diese Plattform, Woman on a Mission — ist mein Weg, dieses Schweigen zu brechen. Nicht, um zu schockieren, zu beschuldigen oder um Mitleid zu suchen. Sondern um die Wahrheit zu erzählen. Um die Teile meiner Geschichte zu ehren, die kleingeredet wurden. Erfahrungen Worte zu geben, die oft verborgen bleiben und andere Frauen daran zu erinnern: Wenn du dich in diesen Seiten wiederfindest, bist du nicht kaputt, schwach, dramatisch oder allein. Du bist menschlich. Du bist widerstandsfähig. Du trägst mehr, als andere sehen können. Du gibst dein Bestes. Du wirst gesehen. Du wirst verstanden und vor allem: Du bist nicht zu viel — du bist genau genug.
Ich schreibe aus meinem Jetzt — aus einem Ort der Reflexion, der Trauer, der Dankbarkeit, der Wut, der Heilung, der Widersprüche, des Glücks und der Liebe. Manche Einträge werden schwer sein. Manche werden leicht und fröhlich sein. Manche werden zart sein, voller Liebe und andere werden unordentlich oder ungelöst wirken. Sie sind nicht geschrieben, um Stärke zu inszenieren. Sie sind geschrieben, um ehrlich zu sein.
Dieses Kapitel existiert, weil ich hier bin. Weil ich heile. Weil das Erzählen dieser Geschichte Teil dessen ist, wie ich weiterlebe und weil Sprechen manchmal bedeutet zu überleben. Dies ist nicht nur eine Geschichte über Trauma. Es ist eine Geschichte über das Werden. Über das "Sich-selbst-Verlieren" - und das langsame Entscheiden, was man neu aufbauen möchte. Über Identität und die stille Kraft, sich die eigene Stimme zurückzuholen. Dieses Kapitel ist der Anfang. Nicht, weil die Geschichte hier beginnt — sondern weil ich endlich bereit bin, sie zu erzählen.
Dear Diary, danke, dass du das hältst.
Bis zum nächsten Mal,
your Woman on a Mission
Trägst du auch eine persönliche Geschichte mit dir rum, die du gerne teilen willst? Diese Community hört dir gerne zu. Schick mir deine Story an maurer_alexandra@yahoo.de - anonym oder mit Name, du entscheidest. x

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